Wasserdampftherapie

Schonende Wasserdampf-Behandlung einer gutartigen Prostatavergrösserung mit dem Rezūm™ System.

Die Prostatavergrösserung (benigne Prostatahyperplasie = BPH) ist eine häufige Erkrankung älterer Männer. Durch die Störung der Blasenentleerung kann es auf Dauer zu wiederholten Harnwegsinfekten oder einer Schädigung von Blase und Nieren kommen. Häufig kommen in der Behandlung der BPH medikamentöse Substanzen zum Einsatz. Bei etwa 25% der Patienten ist die reine Medikamenten-Therapie jedoch nicht ausreichend oder muss wegen Nebenwirkungen abgesetzt werden. In diesen Fällen stehen verschiedene Verfahren zur operativen und interventionellen BPH-Behandlung zur Verfügung.

Die transurethrale Resektion (TURP) oder die Enukleation (Laserbehandlung) der Prostata stellen aktuell den Behandlungsstandard der BPH dar. Eine Alternative stellt die transurethrale konvektive interstitielle Wasserdampfablation dar, eine schonende Wasserdampftherapie zur Behandlung der Prostatavergrösserung.

Für wen ist die REZŪM-Therapie geeignet?
Für Patienten…

  • die ihre sexuellen Funktionen erhalten möchten
  • die milde bis moderate symptomatische Beschwerden haben
  • bei denen eine Medikation nicht ausreicht oder nicht vertragen wird
  • die eine alternative Therapie zur klassischen OP suchen oder dafür nicht geeignet sind

Wie funktioniert die Wasserdampftherapie?
Während einer Zystoskopie (Blasenspiegelung) wird ein sehr dünnes Kunststoffrohr mit integrierter Kamera in die Harnröhre eingeführt. Über das Ende des Röhrchens wird eine Nadel seitlich in die Prostata eingestochen und heisser Wasserdampf eingebracht, wodurch das vergrösserte Prostatagewebe zerstört und vom eigenen Körper im Verlauf von generell 1-3 Monaten abgebaut wird. Ausserhalb der gewünschten Behandlungszone treten, durch die chirurgische Kapsel geschützt, keine Hitzeschäden auf. Der Eingriff dauert weniger als 30 Minuten und kann in der Regel in leichter Narkose (Sedoanalgesie) durchgeführt werden.

Was passiert nach der Wasserdampftherapie?
Nach der Therapie wird ein Katheter für 2 bis 7 Tage, abhängig von der individuellen Situation und Prostata-Gefässe, eingelegt. Der gewünschte Effekt zeigt sich meist nach 6 Wochen und entwickelt sich langsam bis zur vollen Wirkung innert eines halben Jahres komplett.

Sind Komplikationen bekannt?
Die möglichen Komplikationen werden als mild oder moderat angeben und sind in der Regel nur vorübergehend. Es kommt nicht zur Inkontinenz, Transfusion oder Ejakulationsstörungen. Mit leichten Blutungen und eine vorübergehenden Drangsymptomatik ist zu rechnen. In seltenen Fällen kann nach der Entfernung des Katheters ein Harnverhalt auftreten.

Wie lange wirkt die Therapie?
Gemäss einer prospektiven randomisierten Studie konnten günstige Langzeitergebnisse auch nach 4 Jahren nachgewiesen werden. Die Beschwerden (gemessen am IPSS) verbesserten sich um über 46% und der maximale Harnstrahl um 49,5%. Damit kann diese BPH-Therapie eine invasivere Methode verhindern oder hinauszögern.

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Wir informieren Sie gerne bei einem persönlichen Gespräch oder einer Sprechstunde in unserer Praxis:

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